01.07.2011 | Leserbrief zur Erbschaftssteuer

Erbschaftssteuer einführen – Lohnabzüge reduzieren!

Die EVP hat am 19. März beschlossen, die Initiative «Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV» zu lancieren. Dabei soll eine nationale Erbschaftssteuer eingeführt werden, deren Ertrag zu 2/3 der AHV und zu 1/3 den Kantonen zu Gute kommt. Betroffen ist nur ein Nachlass über CHF 2 Mio.

Von Roman Rutz

 

Aus ökonomischer und wirtschafts-liberaler Sicht überzeugt die Erbschaftssteuer zu Gunsten der AHV. Denn anders als Abzüge vom Lohn oder Mehrwertsteuerprozente belastet eine Erbschaftssteuer weder den Konsum noch die Arbeit. D.h. ich muss keine Steuern zahlen, nur weil ich arbeite oder weil ich mir einen Liter Milch kaufe, um die AHV zu finanzieren.

 

Gerechte Abgabe

Hingegen werden Steuern vom Nachlass erhoben, welcher von Personen stammt, die während ihrem Leben einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens sparen konnten, was sie unter anderem auch einem stabilen Staatssystem und einer durchgesetzten staatlichen Eigentumsordnung zu verdanken haben.

Vermögenszugänge werden in der Schweiz besteuert. Wer arbeitet bezahlt Steuern (Lohnabzug und Einkommenssteuer) und wer konsumiert bezahlt Steuern. Es gibt keinen Grund, weshalb ein Erbe nicht besteuert werden soll. Wenn wir uns überlegen, was die Person geleistet hat, welche eine Erbschaft erhält, ist das erstaunlich wenig: Die einzige Leistung ist nämlich, dass sie es geschafft hat, nicht enterbt zu werden! Soll diese «Leistung» belohnt werden, indem keine Steuer auf diesen Vermögenszugang erhoben wird, jedoch jeder Arbeitende für seine Leistung (Arbeit) Steuern bezahlen muss?

Weshalb sollen gewisse Personen Millionen erben, nur weil sie in der richtigen Familie geboren sind, während dem die Gesellschaft leer ausgeht? Dies widerspricht jeglicher liberalen Logik, wonach jeder Mensch die Früchte seiner Arbeit geniessen und jeder dieselben Startchancen haben soll.

 

Notwendige Mehreinnahmen

Die finanzielle Lage der AHV wird sich künftig mit Sicherheit verändern, der Finanzierungsdruck wird steigen. Wollen wir lieber noch mehr verzerrende Steuern wie Lohnabzüge oder Mehrwertsteuerprozente für die AHV einsetzen oder wollen wir lieber mit der Erbschaftssteuer eine sinnvolle Steuer erheben, welche niemandem etwas wegnimmt, dafür aber die Lohnempfänger massiv entlastet? Denn durch die Erbschaftssteuer könnten auch die Lohnabzüge gesenkt werden, und so hätte jeder Arbeitnehmer am Ende des Monats mehr Geld in der Tasche.

Ich wähle lieber eine gerechte Steuer, welche weder den Konsum noch die Arbeit benachteiligt und reduziert und setze mich dafür ein, dass sich Arbeiten lohnt und nicht noch weiter für die AHV besteuert werden muss. Deshalb unterstütze ich die EVP-Initiative und werde fleissig Unterschriften sammeln!