Hickhack ums Christentum

Es ist schon komisch, dass Politiker eine Idee ablehnen, bevor man sich genau über deren Inhalt informiert hat. Die EVP hat bekannt gegeben, ihren Vorschlag, das Christentum als Basiskultur in der Verfassung zu verankern, zu prüfen und auszuarbeiten und schon laufen Kritiker von der SP über die SVP bis zur EDU sturm.
Der Bericht „Hickhack ums Christentum“ suggeriert, die EVP sei sich selber nicht einig, wie weit sie gehen möchte. Aus erster Hand weiss ich aber, dass sowohl Generalsekretär Joel Blunier wie auch EVP-Nationalrat Ruedi Aeschbacher völlig eins sind mit Walter Donzé, dass die Religions- und Glaubensfreiheit absolut geschützt werden muss. Wenn Lukas Reimann und EDU-Nationalrat Brönnimann glauben, mit dem Minarett-Verbot seien alle Probleme gelöst und es brauche keine weiteren Lösungen um den Religionsfrieden zu wahren, sehen sie deutlich zu kurz. Tatsache ist, dass mit der Abstimmung über Minarette viele Probleme im Zusammenhang mit der Einwanderung nicht gelöst sind. Es wird weiterhin muslimische Forderungen geben, Mädchen nicht in den Schwimmunterricht schicken zu müssen oder Weihnachtsfeiern an Schulen zu verhindern, etc. Die Initiative der EVP kann dazu beitragen, klarzumachen, weshalb wir in der Schweiz christliche Feiertage feiern und weshalb es an Weihnachten, Ostern, Auffahrt und Pfingsten zusätzliche Freitage gibt. Die Initiative kann mithelfen, unberechtigte Forderungen seitens von Andersgläubigen zurückzuweisen mit dem Verweis auf die christliche Tradition und Kultur in der Schweiz.
Und gerade weil die EVP das Recht auf die vier verfassungsmässigen Freiheiten, nämlich freie Wahl, freie Ausübung, freie Kommunikation und freier Wechsel der Religion, nicht einschränken sondern im Gegenteil für alle Religionen stärken und garantieren will, kann der Vorschlag den Religionsfrieden und das friedliche Zusammenleben in der Schweiz wahren.
Roman Rutz, Co-Präsident *jevp Schweiz


