06.05.2011 | Leserbrief

Moblilität kostet - auch für Jugendliche!

Die Schweiz flucht über höhere Zugpreise und die Berichterstattung zeigt auf: Vor allem Junge werden künftig geschröpft. Wirklich?


Von Roman Rutz, Co-Präsident *jevp Schweiz, Stadtparlamentarier Wil

 

Die Erhöhung der Billettpreise ist mehr als gerechtfertigt. Denn: Mobilität kostet!

Überfüllte Züge und verstopfte Strassen zeigen eigentlich nur eines auf: Das massive Wachstum des Verkehrs und der Nachfrage nach Mobilität. Verursacht wird diese Zunahme durch zu tiefe Preise sowohl für privaten motorisierten Verkehr als auch für den öffentlichen Verkehr. Das Prinzip ist ganz einfach: Ich konsumiere etwas (Mobilität) und bezahle dafür nicht den vollen Preis. Genau das geschieht im Verkehr: Das Bundesamt für Statistik hat für das Jahr 2007 externe Kosten im Umfang von 9 Mia. CHF errechnet, der Grossteil davon stammt vom privaten Verkehr. Externe Kosten sind Kosten, welche nicht vom Verursacher getragen werden, sondern von der Allgemeinheit (über Steuern, Beeinträchtigungen der Lebensqualität) bezahlt werden müssen.

 Bei den SBB kommen die massiven Subventionen dazu, welche etwa in Form von Infrastruktur oder auch der Sanierung der Pensionskasse durch den Bund ebenfalls von den Steuerzahlern und damit nicht von den Verursachern bezahlt werden.  

 

Wer hat uns bloss die Idee in den Kopf gesetzt, dass eine Fahrt von St.Gallen nach Zürich fast nichts mehr kosten darf? Gibt es ein Recht auf Mobilität, die fast gratis ist und von der Allgemeinheit (also auch von denen, die ihren Arbeitsplatz nahe am Wohnort wählen) bezahlt wird? Das wäre mir neu, und gegen dieses Recht würde ich mich mit Hand und Fuss wehren!

 

Wir müssen wieder lernen, für etwas soviel zu bezahlen, wie es eben auch kostet. Das gilt für eine Fahrt auf der Autobahn genauso, wie für eine Fahrt im IC von St.Gallen nach Bern. Die Tarifanpassung der SBB sowie auch eine CO-2-Abgabe auf Benzin ist deshalb dringend nötig, damit die 9 Mia. Kosten für die Allgemeinheit reduziert und die Verursacher zur Kasse gebeten werden. Auch für mich als GA-Besitzer heisst das, dass ich letztlich mehr bezahlen muss, für die Kilometer die ich fahre. Letztlich ist das nichts als gerecht und eigentlich höchste Zeit! Noch zur Preiserhöhung des Gleis 7: Bisher musste man 4-mal jährlich von St.Gallen nach Zürich in den Ausgang, um das Abo zu amortisieren. Künftig wird es 5-mal jährlich sein, und es erklärt sich von selbst, dass jeder Jugendliche weit mehr fährt, als mit dem Gleis 7 bezahlt wird.